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o, aufgepasst Mädels! Wer schon immer mal komplett aus sich raus gehen und so richtig auf die (Mode)Kacke hauen wollte, sollte jetzt dringend damit anfangen. Es ist kühl, die Sonne scheint, es ist einfach ein wunderschöner herbstlicher Winter.
Und für mich absolut die Jahreszeit, in der man sich am „coolsten“ kleiden kann. Layering, Lederjacke, Strickkleider, Hüte, rieeesige Schals und Poncho tragen – können wir alle, egal ob dick oder dünn. Und auf den Weihnachtsmärkten lässt sich dann so manch ein modischer Erguss bestaunen.
Bei Minusgraden empfehle ich bei meinem Styling noch mindestens einen Pullover unterm Poncho oder eine Jacke. Das kommt dann eher darauf an, wie man Kälte persönlich empfindet.

Produktunterstützung:
Poncho, Bluse, Hose und Schuhe via Happy Size – Danke dafür an Happy Size!

„Wie geht es eigentlich weiter?“

Den heutigen Post möchte ich aber in erster Linie dazu nutzen, um ein wenig privater zu werden.
Wer mir auf Instagram folgt, weiß, dass ich im November endlich kirchlich geheiratet habe. Ich werde Euch in separaten Wedding-Postings darüber berichten und natürlich auch einige Braut-Shopping-Tipps geben.

Heute will ich Euch aber erzählen, dass mich sechs Tage vor der Hochzeit ein richtiger Schlag getroffen hat. Begonnen hat es einige Wochen vorher mit Rückenschmerzen im unteren Rücken. Es tat zwar weh, aber es beeinträchtigte mich nicht so stark, dass ich meine Arbeit nicht hätte ausüben können. Ich habe zwar einen Arzt aufgesucht und mit ihm darüber gesprochen, aber Fazit war: mit der Behandlung können wir bis nach der Hochzeit warten. Super!
Na ja, doch nicht. Denn genau am Sonntag vor der Hochzeit haben mich so krasse Schmerzen heimgesucht, dass ich die komplette Nacht durchgewimmert habe. Ich hatte gehofft, dass sich die Schmerzen über Nacht legen und ich zur Arbeit kann, aber mein Bein wurde immer tauber und die Schmerzen unbeschreiblich. Am Montag musste mich ein Krankentransport abholen, weil ich nicht mehr laufen konnte… Ich wurde in die Notfallambulanz gebracht, der Arzt hat einen eingeklemmten Ischias Nerv festgestellt und mich mit Schmerztabletten nach Hause geschickt. Am nächsten Tag sollte ich einen Orthopäden aufsuchen. Ich habe die ganze Zeit liegend auf dem Bett verbracht, denn an Stehen, geschweige denn Laufen, war nicht zu denken. Jede Bewegung hat mich zum Heulen gebracht. Die Tabletten haben den Schmerz noch nicht einmal gelindert. Eine weitere Nacht ohne Schlaf, dafür voller Schmerzen…

Tag 2: Ich besuchte den Orthopäden und innerhalb weniger Minuten erhielt ich eine Überweisung ins Krankenhaus als Notfall. Dieses Mal ist es ein anderes Krankenhaus gewesen als das von Montag und dort angekommen, ging alles recht zügig. An diesem Tag habe ich viele Untersuchungen durchmachen müssen und die schlimmste von allen war das MRT.
Ich hatte unfassbare Schmerzen, denn ich konnte seit Tagen nicht auf dem Rücken liegen. Da das MRT aber gemacht werden musste, habe ich meine Zähne zusammengebissen, geheult was das Zeug hält und durchgehalten. Nach der Untersuchung hat mich der Arzt von der Liegefläche runterholen müssen, weil ich mich gar nicht mehr bewegen konnte.

In meinem Kopf schwirrten seit dem Morgen nur noch Gedanken darum, wie wir das alles anstellen, damit am Samstag die Hochzeit stattfinden kann. Meine Mama bat ich, sich weiter der Torte zu widmen und mich nicht im Krankenhaus zu besuchen. Für mich war einfach klar: am Samstag wird geheiratet – dafür brauchen wir auch eine Torte.
Außerdem hatte ich es mir zur Hauptaufgabe gemacht jedem zu erzählen, dass wir am Samstag heiraten. Ich denke, dass ich es geschafft habe sehr viele Menschen darüber zu informieren… =^.^=

Abends dann im Zimmer angekommen lagen noch drei weitere Damen dort. Alle waren sehr freundlich und es hat echt gut getan mich mit ihnen zu unterhalten. Erstens waren die Schmerzmittel im Krankenhaus deutlich wirkungsvoller und zweitens konnten alle von den Damen dort meine Schmerzen nachvollziehen.

Zu später Stunde besuchte uns noch ein Arzt um uns mitzuteilen, dass zwei von uns einen Bandscheibenvorfall haben. Was mich anging, hatte ich einen besonders schweren Bandscheibenvorfall. Nach einem aufklärenden Gespräch, entschied ich mich für die OP und das hat auch die andere Dame gemacht. Als der Arzt dann aus dem Zimmer raus war, hab ich angefangen zu weinen.
Ihr müsst wissen, ich habe bis dato Krankenhäuser weitestgehend gemieden – weil ich sie einfach nicht mochte. Ich wurde noch nie operiert und es waren nur noch wenige Tage bis zur Hochzeit. Ich hatte nur darauf gehofft, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe, es nicht zu Komplikationen kommt und ich am Samstag irgendwie in der Kirche auftauche. Eine Freundin, die Krankenschwester ist, habe ich mit Fragen gelöchert, ob mir die Narkose vielleicht zum Verhängnis werden könnte. Sie hat mich beruhigen können und mich überkam ein Gefühl von Ruhe. In genau diesem Moment konnte ich mich nicht mehr zusammenreißen und heulte einfach vor mich hin. Ab diesem Moment war mir klar – es gibt kein zurück mehr.

Es war die erste Nacht seit langem, in der ich mehr als nur für einige Minuten meine Augen schließen konnte.

Tag 3: Um 6 wurde mir das erste Mal Blut abgenommen, aber man konnte mir nicht sagen, wann ich operiert werden würde – ich sollte mich einfach bereit halten. Danach ging es zum Anästhesisten zum Aufklärungsgespräch. Das alles ging so verdammt schnell, dass ich es gerade so geschafft habe meinem Mann zu schreiben „Ich muss in den OP! Dauer ca. 1 Std + Aufwachen; sag meinen Eltern Bescheid.“ Schon wurde ich für den OP vorbereitet und in den OP gebracht.

Und schon wieder habe ich geheult. Teils weil ich ein wenig Angst hatte, teils wegen der Schmerzen… Aber ich habe es nicht versäumt auch den Anästhesisten und seine Assistentin darüber aufzuklären, dass ich am Samstag heirate. Als der Anästhesist zu mir sagte, dass er schon Bescheid wüsste, war ich mit meiner Arbeit mehr als zufrieden. Denn das Krankenhaus wusste, dass ich bis Samstag wieder stehen muss :D
Ein kurzes Gespräch über die Gästezahl und weg war ich.

Als ich wieder wach war, war ich glücklich. Einfach ruhig, glücklich und ein wenig hungrig. Mein Papa kam, mein Mann kam und ich hatte keine Schmerzen mehr. Im Nachgang ist mir aufgefallen, dass ich schon noch Schmerzen hatte, aber mit denen zuvor war es nicht zu vergleichen.

Ca. 2 Stunden nach der OP habe ich meine Floristin angerufen, die mir von unserer Veranstalterin empfohlen wurde. Mir ist nämlich eingefallen, dass mein Brautstrauß noch nicht bestellt war.  Ich nannte nur meine Farbwünsche und ließ ihr freie Hand. Etwas anderes war zu diesem Zeitpunkt eh nicht mehr möglich. Danach führte ich Telefonate mit meiner Schneiderin, mit meinem Friseur, mein Mann brachte mir die Testdrucke für unsere Kirchenhefte, die nicht wie geplant bedruckt werden konnten, weil ich zu dickes Papier bestellt hatte. Also brauchten wir auch dafür eine Lösung. Mein Mann und meine Familie standen zu dieser Zeit zu 100% hinter unserer Entscheidung alles mögliche zu tun, damit die Hochzeit am Samstag, wie geplant, stattfinden kann.

An Tag 4 wurde ich entlassen. Ich musste ab sofort für mindestens 6 Wochen ein Stützmieder tragen und meinen Rücken entlasten. Liegen ist in Ordnung, Laufen ist in Ordnung. Sitzen aber nicht. Das gilt bis heute für mich.
Zu Hause habe ich mich erst hingelegt und war dankbar, dass wir es so weit geschafft haben. Und ich habe viel geschlafen.

An Tag 5 haben wir mein Kleid abgeholt und Abends die Kirche dekoriert. Ich muss sagen, dass ich mich in meiner Situation komplett unnütz gefühlt habe. Aber ich war dabei – das hat mich gefreut. Nachts ist mir eingefallen, dass ich keine Notfall-Erfrischungs-Körbchen gemacht habe und habe meine Freundin Julia gefragt, ob sie am nächsten morgen noch Zeit dafür hätte ein paar Sachen zu organisieren. Und sie hat einfach Ja gesagt. In dem Moment hab ich wieder geweint. Denn auch meine Freundinnen waren für mich da. Zu jeder Zeit!

An Tag 6 fand die Hochzeit letztendlich statt. Aber mehr darüber gibt es demnächst :)

 

Es gibt Menschen, die nicht verstehen, warum wir die Hochzeit nicht verschoben haben. Wenn man aber weiß, dass wir schon einmal unsere Hochzeit verschoben haben, kann man vielleicht ein wenig besser nachvollziehen, dass man ein zweites Mal eine Hochzeit nicht mehr so einfach verschieben möchte. Erst recht dann, wenn fast alles fertig ist. Diese Entscheidung haben wir gemeinsam getroffen und unmittelbar vor der Hochzeit wurden wir auf eine Probe gestellt – die wir gemeinsam gemeistert haben. Aufgeben war keine Option. Zu keinem Zeitpunkt. Und ich bin mir sicher, dass es die richtige Entscheidung gewesen ist.

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6 comments

Antworten

<3
<3 <3
<3 <3 <3

Gänsehaut beim Lesen

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Das ist dein wirklich allerschönster Post für mich.

Glückwünsche zur Hochzeit und weiterhin rasche und gute Genesung!

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Du Liebe,

ich kann die Schmerzen zu 100% nachempfinden, mich hat es 2014 erwischt. Ich hatte echt Angst, dass deine Hochzeit nicht stattfinden könnte, als du geschrieben hattest, dass du operiert wirst. Denn bei mir lief es leider nicht so glatt. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass alles geklappt hat.

Ich hoffe sehr, dass der Heilungsprozess weiter so gut fortschreitet. Von Herzen alles Gute für dich (und natürlich für deinen Mann).

Ich wünsche Euch eine gesegnete Weihnachtszeit. Viele Grüße

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Du toller Mensch Du! ❤️

Liebe Ela,
hätte ich nicht schon gewusst, was für eine tolle Frau Du bist und schon erleben dürfen, wie wunderbar Du und Dein Mann miteinander seid, wüsste ich es spätestens nach diesem Post!
Bewahrt Euch das!
Nochmal alles Liebe zur kirchlichen Trauung!

Verena

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Chapeau. Mir wurde letztes Jahr um diese Zeit in Windeseile die Gallenblase entfernt. Auch kein Spaß. Klingt aber rückblickend wesentlich weniger Schmerzintensiv.
Gute Besserung und alles liebe
Steph

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Eha, ich war lange nicht mehr hier und bin gerade ein bisserl fassungslos … Doch zuerst: Herzlichen Glückwunsch und alles Liebe zur Hochzeit! Ein aktuer Bandscheibenvorfall ist die Hölle, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Und ich kann gut verstehen, dass du die Hochzeit nicht nochmals verschieben wolltest – ich hätte ebenso gehandelt wie ihr.

XOXO

Sissi

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