Oftmals schreibt ihr mir und wollt wissen, wie ich so selbstbewusst geworden bin. Eines kann ich vorweg nehmen: es war ein langer Prozess, der viele Elemente beinhaltet und es ist nicht über Nacht passiert.

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nd eigentlich wollte ich mit der Aufzählung von Gewohnheiten beginnen, die mich persönlich unglücklich gemacht haben. Aber erst lasse ich die Hüllen fallen und erzähle Euch von meinen persönlichen dunklen Seiten im Leben. Und dann erzähle ich Euch von den Gewohnheiten, die man unbedingt ablegen sollte, wenn man im Leben glücklicher und selbstbewusster werden möchte!

Give yourself time to grow!

Bald wird es überall nur so von Vorsätzen für’s neue Jahr wimmeln! Mir macht das nichts aus. Warum? Ich habe irgendwann für mich entschieden, dass ich mir keine großen Vorsätze vornehme, sondern schrittweise und unabhängig vom Jahreswechsel oder Wochentag sog. „bad habits“ ablegen und gegen neue, bessere Gewohnheiten ersetze.

Self-Acceptence is a process.

Vor einigen Jahren habe ich nämlich erkannt, dass ich ein pessimistischer Mensch war. Das musste ich mir erst einmal selber eingestehen und es war zugegeben kein einfacher Prozess.
Schließlich verletzt es wahrscheinlich alle von uns, wenn man merkt, dass man nicht so toll und wow ist, wie man es eigentlich gern sein würde.

Wie ich überhaupt gemerkt habe, dass ich negativ drauf bin?
Ich denke, dass ein ausschlaggebender Punkt die Tatsache war, dass ich nicht mit anderen Menschen konnte – weder kommunizieren, noch mich anfreunden und und und. In Gesellschaft zu sein war so ziemlich das Schlimmste, was mir passieren konnte. Ich war nicht in der Lage Small-Talk zu führen, stand immer irgendwo in der Ecke und war der Meinung, dass man auf mich zukommen sollte, wenn man was von mir wollte.

„Total doof und eingebildet“, könnte man sich denken. Aber damals dachte ich wirklich, das wäre richtig so. Schließlich wollte ich mich niemandem aufdrängen, denn ich war nicht cool oder besonders. Ich war ein Niemand. Wer will schon mit einem Niemand etwas zu tun haben?

Das allein war aber nicht ausschlaggebend für meine Selbstreflexion gewesen. Sondern die Tatsache, dass ich mit Menschen, die ich wirklich toll fand, nicht in der Lage war, eine gesunde Bekanntschaft einzugehen. Denn irgendwann mieden mich diese Personen nach gewisser Zeit. Und als durchaus sensibler Menschen, habe ich Abweisungen sehr stark bemerkt und durchlebt. Und das gab mir wirklich stark zu denken!

War ich denn wirklich so schrecklich, dass niemand sich mit mir anfreunden will? Eine Freundschaft, die mir dann auf dem Schulhof gekündigt wurde, hat mir den Rest gegeben. Und bis zur Oberstufe kam ich aus meinem Loch nicht raus. Eine dunkle Zeit.

Negative Gedanken…

Natürlich gab es noch andere Dinge, die mir deutlich gemacht haben, wie pessimistisch ich bin. So zum Beispiel meine oftmals schlechte Laune. Ich habe viel zu meckern gehabt. Man konnte es mir eigentlich nicht recht machen. Wenn mir etwas nicht gepasst hat, waren grundsätzlich immer andere Schuld. Ich bin nicht auf die Idee gekommen, dass meine Sichtweise das eigentliche Problem sein könnten.

Mich überkamen Momente, in denen ich unter so starken negativen Phasen (gemischt aus Gedanken, Gefühlen, Launen und körperlichem Befinden) litt, dass ich nicht in der Lage war, konstant eine gute Freundin, Tochter, Schwester oder Bezugsperson zu sein.

Selbst heute gibt es (deutlich seltene) Phasen, in denen ich einen wirklich harten Kampf mit mir selbst ausfechte, um nicht mehr in dieses negative Loch zu fallen.

Es ist eben nicht alles Gold, was glänzt.

Liebe Deinen Nächsten… wie Dich selbst!

Irgendwann habe ich erkannt, dass ich als Mensch kein schlechter Mensch bin. Zwar erinnere ich mich nicht mehr, wie das geschah, aber es war meine Rettung! Mein persönlicher Wendepunkt.

Ich erkannte nämlich etwas Wichtiges: Es waren die Gewohnheiten, die ich pflegte, die mir einfach nicht gut getan haben. Die mich immer wieder zurück in diese negative Welt verfrachteten. Die verhindert haben, dass ich die Ela sein konnte, die ich sein wollte.

► Negative Gespräche vergiften Leben

Und das waren Dinge, die ich ändern konnte. Ich konnte aufhören, schlecht über mich selbst zu denken und zu reden, aber auch über andere schlecht zu urteilen oder schlecht zu reden. Während negatives Gelästere und Gequatsche an meiner Tagesordnung standen, kommt das heute so gut wie gar nicht mehr vor. Außerdem habe ich mich von Menschen getrennt, die genau das tun: lästern, alles negativ sehen und nur ihre eigene Meinung als die einzig Wahre betrachten. Das war befreiend!

Und versteht mich nicht falsch: es gibt durchaus Dinge im Leben, die nicht rund laufen und über die man sich „auskotzen“ möchte. Das ist vollkommen in Ordnung! Schlecht ist es aber, wenn man sich nur noch um diese negativen Dinge im Kreis dreht und einfach nicht mehr voran kommt.

Nun habe ich auch verstanden, warum es mir früher nicht möglich war Beziehungen mit Menschen einzugehen, die ich toll fand. Sie befanden sich längst auf einem anderen Level und für diese Personen war ich dieser negative Mensch.

► In der Vergangenheit leben… schränkt ein.

Ich kann mittlerweile sagen, dass ich mein Leben immer wieder neu strukturiere und mich um meine Entwicklung sorge. Es gibt aber durchaus Menschen, die nach wie vor in ihrerer Vergangenheit leben. Das gilt sowohl für negative, als auch für positive Vergangenheiten. Und käme nicht irgendwann meine Selbstreflexion, wäre das auch mein Mindset.

Leider ist das eine sehr einschränkende Denkweise. Es ist egal, ob man glaubt, dass früher alles besser gewesen ist oder dass die schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit einen vor neuen Erfahrungen einschränken – man fokussiert sich ausschließlich auf seine Grenzen, und nicht auf die vielen Möglichkeiten, die noch vor einem liegen.

Es gibt Dinge im Leben, die muss man abschließen, auch wenn es einem noch so schwer fällt, um vorwärts zu kommen. Los zu lassen ist nicht einfach, aber es kann Dein Befreiungsschlag sein!

► Vergleiche Dich nicht mit anderen!

Ein weiterer Punkt, den ich lernen musste, war sich nicht mit anderen zu vergleichen.

Das war SO schwer.

Ich meine, ich hatte ja durchaus Freunde und Bekanntschaften in meinem Leben. Ich lebte nicht in totaler Isolation. Mein Problem war aber, dass ich mich stets mit diesen Menschen verglichen hab: „Nicht so gut in Mathe wie …“, „Passe nicht in die Esprit Klamotten, wie…“, „Kann mir die Esprit Klamotten nicht leisten, wie…“ – Meine Güte, wenn ich daran zurück denke, war das eine sehr traurige Phase. Irgendwann umgab ich mich im Internet nur noch mit motivierenden Zitaten und es war dieses Zitat, dass mir wieder eine neue Tür öffnete:

Eine Blume denkt nicht daran mit der Blume neben ihr zu konkurrieren.
Sie blüht einfach.

Und so ist es! Wir werden glücklich, wenn wir werden, wie wir sind. Und nicht, wie andere sind.

Wichtig ist, dass wir einsehen, dass es nicht nur das Gedankengut ist, dass uns ausmacht, sondern auch unser Äußeres. Ich kann nicht mit einem Foto von JLo zum Friseur gehen und sagen, ich möchte so einen Schnitt haben, wie sie. Dabei würde ich komplett ignorieren, dass ich eine ganz andere Haarstruktur, -länge, Gesichtsform und Hautfarbe habe. Und es würde mir wahrscheinlich null stehen.

Viel schöner ist es, wenn ich mir entweder ein Role Model suche, dem ich in vielen Merkmalen ähnlich bin oder aber wenn ich meinen eigenen Stil suche und dann finde. Denn das macht mich auch optisch aus :)

► Was andere über mich denken…

… ist nicht mein Problem! Noch so eine Lektion, die sehr herausfordernd ist.

Wie sehr bewunderte ich früher Menschen, die ganz offensichtlich sich nichts daraus machten, was andere über sie dachten. Irgendwann kam mir dann die Erkenntnis, dass man immer dann verurteilt wird, wenn man Dinge tut, die einem selbst Freude bereiten, die andere nicht nachvollziehen können.

Bei mir ist es zum Beispiel der Blog. Wie oft schon wurde ich aus meinem nächsten Umfeld dafür verurteilt, dass ich mein ganzes Leben zur Schau stellen würde. Dass ich damit niemals erfolgreich sein würde.

Heute ist mein Blog über 5 Jahre alt, ich habe tausende von treuen Lesern, habe in der ersten deutschen Bloggerkollektion meine eigenen Outfits umgesetzt, bin modische Inspiration für viele Frauen und bin in Magazinen und im TV zu sehen. Mich erreichen so liebevolle und herzzerreißende Nachrichten von Frauen, die durch mich einen neuen Weg einschlagen möchten. Frauen, die nach zig Jahren sich wieder in Kleider trauen. Für die mein Blog Anlass dafür war, mit der Vergangenheit abzuschließen, ihr Leben zu verändern und endlich zu genießen! Für mich hört sich das alles ziemlich erfolgreich an.
Wenn man Erfolg allerdings mit Reichtum gleichsetzt, dann stimmt es – ich bin durch diesen Blog nicht erfolgreich geworden. Geld ist im Leben aber wirklich nicht alles.

Heute wollen viele Menschen anderen Menschen gefallen. Und das kann zu einer wirklich starken Belastung werden. Natürlich wollen wir gemocht werden, keiner von uns möchte der Buh-Mann sein. Aber wenn man nur noch mit diesem Thema hadert, erinnere Dich daran, dass Du es nie allen recht machen kannst.

Die Angst vor dem „verurteilt werden“ besiegt man am besten, in dem man Dinge tut, die außerhalb der eigenen, bekannten Comfort-Zone liegen. Mach etwas Neues, lass Dich auf ein ungewisses Abenteuer ein. Geh alleine ins Kino. Finde ein neues Hobby. Eröffne einen eigenen Blog. Mach Dinge, die Dir vorher Angst bereitet haben. Und genieße Dein neu gewonnenes Selbstbewusstsein!

Ich habe es geschafft, mein Leben umzukrämpeln. Heute erfahre ich so viele wundervolle Momente für die ich unendlich dankbar bin. Mein Leben ist nicht mehr dunkel, sondern bereitet mir große Freude! Und Dinge, die sich heute nicht richtig anfühlen, gehe ich an und verändere sie. Selbst wenn es bedeutet Dinge zu tun, die mir Angst bereiten.

Das kannst Du auch :)

Was ich trage:

2-in-1 Pullover, Lederjacke, Strumpfhose & Overknees • c/o Yours Clothing
Rock • forever 21

Schmuck • Pandora

Fotos • Captain Thickbeard & Infatstyle

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3 comments

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…sehr sehr schön geschrieben, Ela!
LG Trine

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Hallo Liebes,

einen wunderbaren Text hast du da geschrieben. Ich glaube fest, dass dieser für viele deiner Fans Inspiration ist.

Mein Wendepunkt war der Ausbruch meiner Autoimmunerkrankung. Wobei die Krankheit vorher schon für Einschränkungen gesorgt hatte. Aber 2010 hatte ich den ersten schweren Schub. Bis dahin habe ich immer versucht, es anderen Recht zu machen, habe mich und meine Bedürfnisse hinten angestellt. Dann kamen zwei schlimme Jahre, in denen ich mein bisheriges Leben verlor. Mein Arbeitgeber kündigte mir und warf mir an den Kopf, ich hätte nur keine Lust mehr, für die Firma zu arbeiten, für die ich mir den A… aufgerissen hatte und sogar am Wochenende meinen Beitrag leistete. Es zog mir den Boden unter den Füßen weg.

Dann begann ich, mir Gedanken um mich zu machen. Ich lernte, dass ich mich nicht über den Job definiere und dass ich Menschen, die mich nur mögen, wenn es mir gut geht, nicht brauche. Ich fand einen neuen Job, mein Arbeitgeber schätzt mich als Mensch und akzeptiert, dass meine Gesundheit nicht die robusteste ist. Ich habe mit 40 Wochenstunden angefangen, musste aber auf 30 reduzieren, was ohne Probleme möglich war. Ich lernte, dass ich schön bin, trotz Übergewicht. Ich fand meinen Stil und fühle mich endlich angekommen, privat wie beruflich. Und das mit 40.

Es war ein langer Weg zu mir selbst. Ich brauchte auch psychologische Unterstützung. Aber ich bin nun endlich da. Ich habe verstanden, dass die richtigen Menschen dich finden, wenn du dich selbst gefunden hast. Und die, die dich vorher schon unter all der Fassade gesehen haben, bleiben. Auf den Rest kann ich gut verzichten.

Im Übrigen hast auch du deinen Anteil daran, dass ich das schreiben kann. Danke dafür.

Viele Grüße
Jana

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Hallo Liebe Ela ☺️

Ich finde deinen Text sehr inspirierend und muss sagen das ich mich noch mitten drin befinde mich endlich selbst zu finden und mich endlich so zu akzeptieren wie ich bin trotz das ich deutlich zu viel auf den Hüften habe und es ist echt nicht leicht wenn man in unserer Gesellschaft lebt weil alle immer wieder sagen du musst abnehmen um ein Kind bekommen zu können und um dich endlich wohl zu fühlen und das finde ich sehr schade weil ich würde mir eher wünschen, dass man mich unterstützt in dem was ich als Mensch bin und mich nicht immer wieder auf mein Äußeres reduziert ich war noch nie schlank in meinem Leben und ich weiß das ich es auch nie sein werde weil ich bin wie ich bin und ich will meinen Weg gehen egal was andere sagen oder davon halten nur muss ich lernen mich selbst zu stärken und nicht darauf zu hoffen das es andere tuen…

Ganz liebe Grüße ☺️💕✨

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